Kompensationsflächen

Kompensationsflächen

Die EU will im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie1992) ein europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 aufbauen. Ziel ist die Erhaltung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, Gebiete zu nennen, zu erhalten und zu entwickeln, in denen Arten und Lebensräume von Pflanzen und Tieren von europaweiter Bedeutung vorkommen.

In diesem Rahmen wurde im Jahr 2002  beabsichtigt, auf Eiderstedt ein EU-Vogelschutzgebiet in einer Größe von 24.648 ha auszuweisen. Starker Widerstand in der Region aus der Bevölkerung, vor allen Dingen aus der Landwirtschaft, führte zu einer Reduzierung auf 19.800 ha. Auch hiergegen formierte sich erheblicher Widerstand. Nach einem langen und teils heftig geführten politischen Diskussionsprozess wurden dann 2000 ha nach Brüssel gemeldet. Hiermit gab sich die EU nicht zufrieden. Um ein Vertragsverletzungsverfahren, auch gegen Schleswig-Holstein zu vermeiden, sah sich die Landesregierung gezwungen, ein größeres Gebiet nach zu melden. Letztendlich wurde am 29.05.2009 ein Gebiet in einer Größe von 6.704 ha als FFH-Gebiet ausgewiesen.

Zu diesem Zeitpunkt wurden von der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Schutzgebietes 87% als Grünland und 13% als Ackerland genutzt. Die Sorgen der Landeigentümer auf Verfall der Land- und Pachtpreise traten nicht ein. Um Landwirten die Möglichkeit zu geben, auch weiterhin innerhalb des Schutzgebietes naturverträglich und auskömmlich zu wirtschaften, wurde als Ausgleich für Bewirtschaftungsauflagen wie z.B.:Umbruchverbot für Grünland, Erhaltung der Strukturen und keine Wasserstandsabsenkungen eine Natura 2000-Prämie eingeführt.

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume (MLUR) entwickelte unter Beteiligung des örtlichen Arbeitskreises Managementplan (AKM) einen Managementplan für das Gebiet.

Stockente mit Küken

Stockente mit Küken

Seit dem Jahr 2010 wurden 14 Maßnahmenblätter verabschiedet, deren Umsetzung seither erfolgen soll. Immer wieder gibt es dabei Kollisionen der verschiedenen Interessen, was den Umsetzungsprozess verhindert oder verzögert. Link zu Maßnahmenblättern

Kernpunkt sind die Wasserstände, die in den Gräben gehalten werden sollen. Die Grabenbewirtschaftung erfolgt nicht gesondert im Schutzgebiet, sondern steht in Zusammenhang mit dem Gesamteinzugsbereich der einzelnen Sielverbände. Daher sind kontroverse Diskussionen über Wasserstandshöhen vorprogrammiert, eine Annäherung der unterschiedlichen Anforderung bedarf eines ständigen Abstimmungsprozesses. Es wurden mittlerweile Zielvereinbarungen zu den Wasserständen verabredet, die vom Deich und Hauptsielverband sowie von den Einzelsielverbänden umgesetzt werden sollen.

Innerhalb des Schutzgebietes findet ein Monitoring statt, um die Entwicklung der Wiesenvogel-Bestände zu dokumentieren.

Downloads:
1) Gebietskarte FFH Eiderstedt Download >>
2) Managmentplan – Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume (MLUR) 2009 Download >>
3) Natura 2000 Prämie Download >>
4) Massnahmenblätter Managementplan Eiderstedt Download >>