Seit Mitte der 1980ziger Jahre bietet die Landesregierung Landwirten im Rahmen des Vertragsnaturschutzes (VNS) 5-jährige Verträge an, die bewirken sollen, dass mehr naturnäher bewirtschaftete Flächen zum Erhalt von Pflanzen- und Tierarten beitragen. Auf Eiderstedt zielen die Maßnahmen auf den Erhalt und die extensive Bewirtschaftung des gewachsenen Grünlands ab. Eiderstedt ist

  • das wichtigste Brutgebiet für Trauerseeschwalben in Schleswig‐Holstein (= SH)
  • in SH das Gebiet mit dem höchsten Brutbestand der Uferschnepfe
  • in SH das Gebiet mit dem höchsten Brutbestand des Kiebitz
  • das wichtigste Rastgebiet in SH für Goldregenpfeifer
  • eines der wichtigsten Rastgebiete in SH für Nonnengänse

 

Graureiher

Graureiher

und somit ein Gebiet mit internationaler Bedeutung für den Vogelschutz. Allerdings halten sich die genannten Brut‐ und Rastvogelarten in der Region natürlich nicht nur auf den Naturschutzflächen auf, sondern auch auf privatem Grünland. Dem trägt die Einrichtung des FFH-Gebietes 2008 Rechnung. (siehe auch Natura 2000) . Auch außerhalb des Vogelschutzgebietes liegen in einem Gebiet mit einer Größe von ca. 12.000 ha weitere Grünlandflächen mit größtenteils günstiger bis sehr günstiger Habitatausstattung für die oben genannten Arten.

Auf Eiderstedt sind in den letzten Jahrzehnten tief greifende Änderungen in der Bewirtschaftung zu beobachten, die sich negativ auf die Wiesenvogelbestände ausgewirkt haben. Die Grünlandbetriebe in der Region sind durch die langfristig niedrigen Milch‐ und Fleischpreise unter Druck geraten und mussten wirtschaftliche Alternativen suchen. Diese Entwicklungen führten dazu, dass sich in Schleswig‐Holstein im Jahr 2008 der Anteil des Dauergrünlandes bezogen auf das Referenzjahr 2003 um mehr als 6 % verringert hat, so dass seitdem Umbruch nur noch mit Einzelfallgenehmigung erlaubt ist. Immer noch sind die Landwirte durch den zunehmenden Maisanbau für die Stallmast und für Agrargasanlagen gezwungen, auch auf dem verbliebenen Grünland intensiver zu wirtschaften. Einhergehend mit dem steigenden Ackeranteil wird von Acker‐Bauern eine zunehmende Entwässerung gefordert, die sich ebenfalls sehr negativ auf den Lebensraum der Wiesenvögel auswirkt. Mit dem Instrument des flächenhaften Vertragsnaturschutzes soll Flächeneigentümer ein wirtschaftlicher Ausgleich für die aus rein ökonomischer Sicht weniger ertragreiche naturnahe Bewirtschaftung angeboten werden.

Schaf mit Staren

Schaf mit Staren

Auf den gemeldeten Flächen sollen Maßnahmen zum Erhalt der verschiedenen Arten durchgeführt werden. Diese bestehen vor allem in einer extensiveren Beweidung der Flächen sowie in einem Wassermanagenment, das die Parzellengräben abflacht, aufweitet, möglichst zaunlos lässt und mit höheren Wasserständen arbeitet. Auch Vernässungsmaßnahmen in der Fläche sollen vorgenommen werden, damit die Vögel im Frühjahr innerhalb der Grünflächen stocherfähigen Boden vorfinden, der die Aufzucht der Küken begünstigt. Landwirt/e/Innen können sich aus drei Flächenkategorien (grün, gelb, rot) aussuchen, wie hoch die Einschränkungen und Maßnahmen auf den einzelnen Flächen ausfallen. Die Flächen der Kategorie Grün sind durch die vergleichsweise geringsten Auflagen und niedrigsten Ausgleichszahlungen gekennzeichnet. Auf den Flächen der Kategorie Rot, die mindestens 10 % der Dauergrünlandflächen eines Betriebes ausmachen müssen, sind hingegen weitreichende Naturschutzmaßnahmen durchzuführen, die auch Zulassung von Biotop gestaltenden Maßnahmen (u. a. Grabenanstau; auf Roten Flächen 10 ige Vernässung der Fläche) beinhalten und entsprechend höher honoriert werden. Die Flächen, der Kategorie Gelb nehmen eine Mittelstellung zu den beiden erstgenannten Kategorien ein. Wir bieten Ihnen die genaue Ausgestaltung der Förderung für den Zeitraum 2015 – 2020  und den Vortrag Kruse und den Vertrag WLMarsch zum Download an.
Der Weidelandverein berät Betriebe, die sich für den Vertragsnaturschutz interessieren inhaltlich sowie bei der Antragstellung. Das Antragsformular befindet sich ebenfalls im Download.

Der Verein Weideland Eiderstedt e.V. hat in 2011 eine Mitgliederbefragung durchgeführt und daraus Anmerkungen zur Ausgestaltung des VNS entwickelt, die in die jetzige Ausgestaltung mit eingeflossen sind.

Weitere Informationen finden sich im Internet unter Vertragsnaturschutz auf Schleswig-Holstein.de

Weitere Informationen zum Grünlanderhalt unter Erhaltungsstrategien Wertgruenland auf Schleswig-Holstein.de

Downloads:
1 Ausgestaltung VNS Förderperiode 2015-2020 (PDF) Download>>
2 Vertragsnaturschutzes in der Marsch – Vortrag Michael Kruse (PDF) Download>>
3 VNS WLMarsch Vertrag 01/2015 (DOCX) Download>>
4 VNS Antrag 2017 (PDF) Download>>
5 Auswertung_Mitgliederbefragung 2011 (PDF) Download>>
6 Neuausrichtung Vertragsnaturschutz 2011 (PDF) Download>>